Familienmomente

10 Dinge, die du als Elternteil verlierst

Damals, als ich zum ersten Mal schwanger war, bangte ich um mein altes Leben. Gerade in den ersten Wochen und Monaten der Schwangerschaft fragte ich mich oft, welche Dinge sich ändern werden, wenn ich ein Kind habe. Familie und Freunde wollten mich damals aufbauen und motivieren. „Es ändert sich doch nicht viel. Du bist doch immer noch du und kannst deinen Hobbies und Interessen nachgehen. Es ist nur einer mehr da.“

Ich wollte es so gern glaube, doch jetzt weiß ich:

Alles ändert sich, nichts bleibt wie es war!

Mittlerweile bin seit 10 Jahren Mama – sogar zweimal – und weiß, dass das neue Leben, dass ich im Moment der Geburt übergestülpt bekam, mindestens genauso abgefahren ist, wie die Zeit davor! Wenn nicht sogar besser! Ein paar Dinge habe ich als Elternteil dabei trotzdem verloren. Hier meine persönliche Top 10:

1. Schamgefühl:

Ich bin weder eine besondere Stimmgewalt, noch beeindrucke ich nachhaltig mit Tanzkünsten (zumindest nicht positiv). Trotzdem tanze ich im Wohnzimmer, Garten oder Park ausgelassen zu stupiden Kinderliedern, singe beim Einkaufen in der Warteschlange mit den Mädchen im ungewollten Kanon und erkläre im Wartezimmer beim Arzt geduldig, nicht flüsternd verschiedene peinlichen Alltagsfragen. Die Leute gucken? Egal.

2.  Zwei handelsübliche Arme

Weil zwei Arme nämlich nicht reichen. Auf einmal kann ich mit meinen zwei Armen so geschickt hantieren, wie ein Oktopus. Baby tragen, essen kochen, Physiknachhilfe geben, Staubsaugen und gleichzeitig den Lippenstift nachziehen? Kinderspiel…

3.  Ansprüche

Auch wenn die nicht gänzlich verschwunden sind, so sind sie doch massiv gesunken. Der Ausdruck „sauberes Wohnzimmer“ oder „ein bisschen Wellness für mich“ haben heute eine ganz andere Bedeutung als damals noch.  Ich lerne die kleinen Dinge wieder mehr zu schätzen.  Eine Dusche, saubere Kleidung, eine ruhige Nacht, ein heißer Kaffee und das alles an einem Tag – Jackpot!

4.  Intimsphäre

Wenn ich „richtig“ auf Toilette muss, warte ich bis der Mann zu Hause ist, gebe ein unauffälliges Zeichen, schleiche den Flur entlang und schließe die Badezimmertür hinter mir ab. Ansonsten habe ich fröhlich plapperndes, singendes oder quengelndes Publikum, dass seine eigene Geräuschkulisse nur unterbricht, um zu fragen:  „Was machst du gerade?“ 

5. Geheimnisse

Der Vibrator in der Schublade, die Selfies auf der Toilette, der viel zu trockene Kuchen der Tante oder die neue Freundin deines Bekannten, die du irgendwie nervig findest. Sei dir sicher, dass alle Infos ihren Weg finden, zu den Nachbarn, den Großeltern oder gleich bis zu der neuen Freundin. (Ich muss an der Stelle betonen, dass Emma ein großartiger Geheimnisbewahrer ist und Jara noch nichts ausplappern kann).

10 Dinge Kinder
6. Blick auf die Umwelt

Auf einmal sehe ich, wie die Straße zum Zauberwald wird, wie die Tannenzapfen sich zu kleinen Trollen verwandeln und wie die Kuscheltiere, die wir immer dabei haben verzückt in die Hände klatschen. Ich halte an um ein besonders hübsches Blatt aufzuheben, ich sehe die kleine Schnecke, die auf unserem Weg entlang schleicht. Ich weine mit dem Kind, wenn das Lieblingskuscheltier verloren geht.

7. Zeit

Das Gefühl von Zeit hat sich verändert. Die Zeit verrinnt mir zwischen den Fingern. Die Tage fliegen und man versucht die Augenblicke verzweifelt festzuhalten während die Kinder viel zu schnell wachsen. Die Nächte können sich ewig hinziehen, während man von Kinderbett zu Kinderbett wandert und sehnsüchtig auf den Tag wartet, der durch seine Routine wieder Ruhe bringt.

8. Saubere Kleidung

Die kleine Schnute wird beim Umarmen schnell am Shirt abgewischt, tränenverschmierte Wagen hinterlassen Flecken auf der Brust und kleine Schmuddelfinger putzen sich fast ungesehen an der Hose ab. Natürlich an meiner Hose. Ich habe überall Schnöt, Milchreis, Apfelmus oder Filzstiftstriche. 

9. Unbesorgtheit

Mein Sorgenradar ist immer an. Die Mädels dürfen und sollen gerne immer alles „alleine machen“, doch in meinem Kopf spielt sich ein Schauerfilm ab, der mir zeigt wie sie fallen, stürzen, aufschlagen, sich schneiden oder geschubst werden. Ich habe immer so viel Adrenalin im Blut, dass ich jederzeit aufspringen kann, um die Kinder zu retten. 

Babygirl
10. Entspannte Mahlzeiten

Ich träume beim Kochen, davon wie wir am Abend am Tisch sitzen, essen, lachen und von unserem Tag erzählen. Tatsächlich bricht das Chaos aus, sobald wir vor den heißen Töpfen sitzen. Der einen schmeckt nichts, sie schieb die Einzelkomponenten angeekelt von links nach rechts und würgt Minibissen mit großen Schlücken Wasser runter.  Die andere kämpft gegen mich und den Löffel, will alles selber machen, aber doch gefüttert werden, wirft Einzelkomponenten verärgert durch die Küche. Der Rest atmet tief durch und versucht einfach nicht genervt den vollen Teller vom Tisch zu pfeffern. So läuft das hier. Fast immer. Naja, oft zumindest.

Und doch sind einige Abende so erfüllt von Leben und Lachen, dass sie für eine ganze Woche Stress entschädigen können.

Wer von euch erkennt sich in dem ein oder anderen, natürlich nicht ganz ernst gemeinten Punkt wieder? Was könnt ihr ergänzen?


Lieblingsgrüße!

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