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Nachhaltige Produkte im Badezimmer – Teil 1

In der letzten Woche habe ich euch ein paar kostenfreie Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Badezimmer gegeben. Jedoch ohne euch einen einzigen Produkthinweis da zu lassen. Ganz bewusst, denn Nachhaltigkeit beginnt im Kopf.

Eine Bambuszahnbürste im Bad macht dich nicht zum „Öko“.  Schon gar nicht, wenn in deinem Badezimmerschrank noch vier Kunststoffzahnbürsten liegen, die du entsorgst um es „jetzt richtig“ zu machen. Deshalb möchte ich euch auch nicht dazu animieren, die gleich folgende Liste als Einkaufsliste zu sehen.

Ich teile mit euch meine Erfahrungen aus den letzten Jahren. Nenne euch meine Lieblingsaustauschprodukte und bombardiere euch mit stellenweise sehr intimer Ehrlichkeit.

Razor blade

Du kannst deine Haarpracht natürlich in alle Richtungen wachsen lassen. Es ist nirgends festgelegt, dass Beine keine Haare haben dürfen. Ich mags lieber glatt und auch das ist okay. Was ich aber nicht mag, ist durch die tägliche (das Zeug wächst bei manchen Menschen, wie Unkraut) Rasur viel Müll zu produzieren.
Eine Lösung ist hier ein sogenannter *Rasierhobel. Die Edelstahlteilchen sehen schick aus, sie sind haarscharf und man ersetzt  alle paar Wochen einfache nur die Klinge. Die *Rasierklingen sind spottbillig und kommen in minimal-Verpackung daher. Zudem kommst du mit so einem Päckchen Ersatzklingen vermutlich bis an dein Lebensende aus. 
Wer unempfindlich ist und mehr Geld ausgeben kann, der sollte einmal über einen *Epilierer nachdenken. Gefühlt waren die in den 90er Jahren mal super angesagt und sind jetzt in Vergessenheit geraten.

Shower Power Duschroutine

Ich gehörte zu denen, die täglich unter die Dusche hüpften und ausgiebig einen anstrengenden Tag mit heißem Wasser und duftenden Essenzen abduschten. Dennoch fühlte mich nie richtig sauber, schwitzte bereits nach der Dusche, hatte stumpfe, dünne Haare und Juckreiz auf der Haut.  Erst  nach einem Besuch beim Hautarzt wurde mir klar: Das muss sich dringend ändern! Also verlängerte ich die Zeit zwischen den Haarwäschen schrittweise und reduzierte die Haarwaschsubstanzen nach und nach. Mützen, Duttfrisuren und Trockenshampoo halfen mir dabei.
Meine Duschroutine hat sich radikal geändert! Und mit ihr auch meine Müllproduktion und mein Konsumverhalten: Mit zwei Haarwäschen pro Woche hält ein einziger fester Shampoobar viele Monate. Haut, Haar und Wasserrechnung sind seitdem wie verwandelt.
 
Versuche du doch auch mal ein festes Shampoo (meine Lieblinge sind der Kokosbar von Sauberkunst und der *vegane Mangobar von Sante) Verzichte auf Kur, Öl und Spülung in regenbogenbunten Plastikflaschen, die nicht in den Haaren (kaputt ist kaputt) sondern nur in deinem Geldbeutel wirken
Verzichte auch auf Duschgels, denn Schweiß ist wasserlöslich. Wenn die Knie mal richtig schmutzig von der Gartenarbeit geworden sind, dann verwende das gute alte Seifenstück und rubbel dich mit einem *Seifensäckchen sauber.
Verzichte auch auf häufiges Duschen. Dusche seltener und dafür vielleicht sogar mal kalt – das weckt dich und deine Superkräfte garantiert!

Tassen hoch, Ladys!

Dieses Thema betrifft mindestens 80% meiner Blogleser (Alle anderen kennen zumindest jemanden, den es betrifft) und trotzdem tauschen wir uns darüber selten aus. Daher schreibe ich darüber ohne Umschweife und teile meine ganz und gar ehrliche Erfahrung.
Vor ca. 8 Jahren erfuhr ich zum ersten Mal von der *Menstruationstasse. Damals dachte ich noch „Eine Tasse voll Blut? Ihhh!! Wie ekelig!“ Dabei ist das Menstruationsblut einer gesunden Frau eine saubere Sache. Eine regelmäßige Blutung zeigt dir, dass du gesund bist und Kinder bekommen kannst. In den vergangenen 8 Jahren habe ich Unmengen an Tampons, Binden und Slipeinlagen gespart und damit nicht nur der Umwelt sondern auch meinem Portemonnaie etwas Gutes getan. Die Einmal-Anschaffung hat mich damals nur 10€ gekostet und das Ding sieht immer noch aus wie neu. Außerdem ist es funktionell einfach unschlagbar. Die angenehmste Möglichkeit überhaupt (keine Tamponbändchen beim Pipimachen, keine Slipeinlagenklebestreifen am Oberschenkel, kein Blutgeruch, keine Trockenheit, kein Problem beim Schwimmen oder Sport). Ihr merkt, ich feier das Ding total! Alternativen sind wiederverwendbare Menstruations-Wäsche, waschbare Slipeinlagen oder Menstruations-Schwämmchen. Für mich persönlich kommt jedoch nichts an die Tasse heran.

Zeig deine Beißerchen

Zahnpflege geht auch grün. Auch wenn ich damals ein großer Verfechter meiner elektrischen Zahnbürste und der Highend-Whitening-Zahnbreme war. Von der ominösen Bambuszahnbürste hat mittlerweile jeder gehört. Der Griff der Zahnbürste aus schnell nachwachsendem Rohstoff lässt sich zu Hause im Kompost recyclen und die Putzkraft ist eben so stark, wie bei jeder anderen Zahnbürste. Der grüne Faden geht aber weit über die Bambuszahnbürste hinaus, denn bei der Zahnhygiene wollen alle mitspielen. 
Neben Zahnseide auf ökologischer Basis, kann man auch auf Zahn“creme“ in nachhaltiger Variante zurückgreifen.  
Dentabs sind kleine Zahncreme-Tabletten (*hier von Ben & Anna). Sie werden im Mund zerkaut und mit der feuchten Zahnbürste verrieben. Von Lamazuna gibt es Zahncreme am Stiel, die ähnlich wie ein Shampoobar funktioniert und ewig lange hält. Auch interessant ist Zahnpulver (zum Beispiel von hier).  Zahncreme gibt es aber auch in der bekannten Creme-Version dafür sorgsam hergestellt, vegan und in besserer Verpackung (hier mein Favorit). 
Easy also, Zahnpasta aus der Tube zu ersetzen. Aber wusstet ihr, dass man Zahncreme auch selbst machen kann? Rezepte sind zahlreich, aber sie bauen alle auf die drei selben Zutaten auf. Kokosöl, Birkenzucker und Natron. 
Zahncreme Rezept
Zutaten
  • 4 EL Kokosfett
  • 2 TL Natron
  • 1 TL Xylit
  • optional 10 Tropfen Pfefferminzöl
  • optional 1 Prise Kurkuma
  • optional 1 Prise Zim
Herstellung
1. Kokosfett im Wasserbad etwas schmelzen (es muss nicht zwingend flüssig sein – eine cremige Textur reicht). 
2. Natron, Xylit und weitere optionale Zutaten hinzugeben. 
3. Durchrühren und fest werden lassen. 
Easy!
Das wirkt, weil…
… Kokosfett wirkt antimikrobiell und  karieshemmend. … Natron ist ein altes Hausmittel mit unfassbar vielen Anwendungsmöglichkeiten. Hier sorgte es durch einen schonenden Abrieb für sanfte Aufhellung. … Xylit oder auch Birkenzucker ist euch vielleicht aus Zahnpflegekaugummis bekannt. Es wirkt  karieshemmend und sorgt für einen angenehmeren Geschmack. .. das Pfefferminzöl, dass auch den Atem erfrischt. Kurkuma kann zusätzlich Schwellungen verhindern und (bei echten Zähnen) aufhellend wirken. … Zimt wird eine schmerzstillende und entzündungshemmende Funktion nachgesagt. Bei den letzten beiden Zutaten muss man für geschmackliche Experimente bereit sein.

Probiert es doch mal aus! 

 

Grüne Lieblingsgrüße!

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